
Einleitung
Die palästinensische Menschenrechtsbewegung
steht in Deutschland unter beispiellosem Druck. Was
als demokratischer Raum für Meinungsfreiheit und
politisches Engagement galt, wird zunehmend zu
einem Ort der Zensur, der Angst und der systemati-
schen Entrechtung. Insbesondere in München, einer
Stadt, die sich gerne als weltoffen und liberal insze-
niert, eskaliert die Repression auf erschreckende
Weise. Was sich dort abspielt, ist nicht nur ein poli-
tischer Skandal, sondern ein Angriff auf grundle-
gende Menschenrechte.
Die Repressionen folgen dabei einer klaren Linie – sie
sind konkret, organisiert und vielschichtig. Im Herbst
2023 erklärte der Münchner Oberbürgermeister
Dieter Reiter, dass palästinensische Demonstratio-
nen in München generell verboten seien.
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Unter dem
Deckmantel der Gefahrenabwehr wurde ein pau-
schales Verbot verhängt, das nicht nur gegen das
Versammlungsrecht verstößt, sondern den politi-
schen Protest einer gesamten Bewegung per se kri-
minalisiert. Es war ein Akt der Zensur, verordnet von
oberster Stelle – ein gefährlicher Präzedenzfall für
die Abschaffung von Grundrechten im Namen ver-
meintlicher Sicherheit.
Doch es bleibt nicht bei staatlicher Repression.
Unterstützt wird dieses Vorgehen durch ein Netz-
werk aus zivilgesellschaftlichen Akteur:innen, die
sich selbst als „antirassistisch“ oder „weltoffen“ prä-
sentieren, tatsächlich aber aktiv an der Diffamierung
und Ausgrenzung palästinensischer Stimmen mitwir-
ken. Organisationen wie München ist bunt!, RIAS
Bayern oder Teile der Stadtgesellschaft haben syste-
matisch dazu beigetragen, dass palästina-solidari-
sche Veranstaltungen abgesagt, Künstler:innen aus-
geladen und Veranstaltungsräume entzogen wurden.
In vielen Fällen reichte die bloße Ankündigung eines
palästinensisch gefärbten Diskurses, um Druckkam-
pagnen auszulösen. So wurde etwa eine Podiumsdis-
kussion der Evangelischen Stadtakademie zur Situa-
tion in Gaza und Israel kurzfristig abgesagt – nicht
etwa, weil sie Hass verbreitete, sondern weil sie die
“falschen” Stimmen zuließ.
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Künstler:innen und
Redner:innen wurden öffentlich diskreditiert, auf
Initiative eines medial-politischen Mobs, der es sich
zur Aufgabe gemacht hat, Palästina-Aktivist:innen
öffentlich zu brandmarken. Was hier geschieht, ist
kein Schutz jüdischen Lebens – es ist die Zerstörung
demokratischer Debattenräume durch politische
Erpressung und moralische Panik.
In dieses Klima reiht sich der Bericht „Analyse: Paläs-
tina Spricht 2024“ des Feierwerk e.V. – Fachinforma-
tionsstelle Rechtsextremismus München (FIRM)
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nahtlos ein. Unter dem Anschein neutraler Beobach-
tung betreibt dieser Text eine perfide Form der Dis-
kurskontrolle. Indem er palästinensischen Protest
mit „extremistischen Tendenzen“ in Verbindung
bringt, reproduziert er rassistische Denkmuster, ver-
kehrt legitimen Widerstand in eine angebliche
Gefahr und schafft ein Klima, das die Entmenschli-
chung von Palästina-Aktivist:innen nicht nur zulässt,
sondern legitimiert.